Darmstadt: Boxenstopp mit Reflexion, Perspektivwechsel und echten Gesprächen
Boxenstopp mit Kamingespräch bei der HEAG mobilo
Manchmal braucht es einen bewussten Moment des Innehaltens, um die eigene Entwicklung wirklich greifen zu können. Genau diesen Raum bot der Boxenstopp zur Halbzeit des 8. Cross Mentoring Darmstadt.
Nach einer eindrucksvollen Führung durch die Straßenbahnwerkstatt der HEAG mobilo – einem Ort, an dem Technik, Präzision und Teamarbeit täglich ineinandergreifen – kamen Mentees und Mentor*innen zusammen, um gemeinsam zurückzublicken: auf die erste Hälfte des Programms, auf ihre Tandemarbeit und auf das, was Mentoring ganz konkret verändert. Im Zentrum des Austauschs stand nicht das Programm an sich, sondern die gelebte Praxis.
Reflexion: wie wirkt Mentoring – jenseits von Konzepten?
In der gemeinsamen Reflexion besonders häufig genannt wurden dabei:
- bewusste Perspektivwechsel, die neue Handlungsoptionen eröffnen
- Geduld und eine positive Erwartungshaltung als Grundlage für Vertrauen
- die Einordnung komplexer Entscheidungsprozesse, insbesondere im organisationalen Kontext
- die kollegiale Fallberatung als wertvolles Instrument zur Klärung
- der Austausch über Hierarchie- und Unternehmensgrenzen hinweg
- und nicht zuletzt das Gefühl eines „perfekten Matches“, das Entwicklung beschleunigt
Mentoring zeigte sich hier nicht als lineare Lernbeziehung, sondern als dialogischer Entwicklungsraum, in dem beide Seiten gewinnen. Es wurde deutlich, wie vielfältig Mentoring gelebt wird – und wie verbindend zugleich.
Das Kamingespräch: Mut zur Offenheit, Lust auf Tiefe
Ein besonderes Highlight des Boxenstopps war das anschließende Kamingespräch, das von den Mentees mit großer Sorgfalt und inhaltlicher Tiefe vorbereitet wurde. Die Mentor*innen begegneten den Fragen nicht mit fertigen Antworten, sondern mit Offenheit, Reflexionsbereitschaft und persönlicher Haltung. Gerade diese Bereitschaft, eigene Erfahrungen einzuordnen, Ambivalenzen sichtbar zu machen und auch Zweifel zuzulassen, machte den Austausch so wirkungsvoll. Entstanden ist ein Gespräch auf Augenhöhe – ehrlich, differenziert und inspirierend. Im Kamingespräch nahmen die Mentees drei zentrale Themenfelder in den Blick, die viele Führungskräfte bewegen:
- Karriereentscheidungen – Zufall oder System? Die Diskussion zeigte: Karrierewege sind selten planbar, aber bewusst gestaltbar, wenn Reflexion, Feedback und Lernbereitschaft zusammenkommen.
- Mitarbeiterentwicklung zwischen Wunsch und Wirklichkeit, eine provokante These sorgte für intensive Diskussionen: Nicht alle Mitarbeitenden wollen sich weiterentwickeln.
- Fehlerkultur zwischen Ideal und Realität: Fehlerfreundlichkeit ist schnell gefordert – aber schwer gelebt. Im Gespräch wurde deutlich, wie groß die Spannungsfelder zwischen Anspruch und Alltag sind und wie wichtig es ist, Fehler nicht nur zu erlauben, sondern aktiv zu reflektieren und einzuordnen.
Der Boxenstopp im Cross Mentoring Darmstadt hat eindrucksvoll gezeigt, was Mentoring leisten kann, wenn es nicht auf Rezepte reduziert wird: es schafft Räume für Dialog, für Perspektivwechsel und für persönliche Entwicklung – getragen von Vertrauen und gegenseitigem Respekt. Ein herzlicher Dank gilt allen Mentees und Mentor*innen für ihre Offenheit, ihr Engagement und die Tiefe im Austausch – sowie der HEAG mobilo für den inspirierenden Rahmen.
Wir freuen uns auf die zweite Halbzeit des Programms.








