Boxenstopp zur Halbzeit: Reflexion, Perspektivwechsel und echte Gespräche
Cross Mentoring Darmstadt mit Kamingespräch bei der HEAG mobilo
Manchmal braucht es einen bewussten Moment des Innehaltens, um die eigene Entwicklung wirklich greifen zu können. Genau diesen Raum bot der Boxenstopp zur Halbzeit des Cross Mentoring Darmstadt.
Nach einer eindrucksvollen Führung durch die Straßenbahnwerkstatt der HEAG mobilo – einem Ort, an dem Technik, Präzision und Teamarbeit täglich ineinandergreifen – kamen Mentees und Mentor*innen zusammen, um gemeinsam zurückzublicken:
auf die erste Hälfte des Programms, auf ihre Tandemarbeit und auf das, was Mentoring ganz konkret verändert.
Wie wirkt Mentoring – jenseits von Konzepten?
Im Zentrum des Austauschs stand nicht das Programm an sich, sondern die gelebte Praxis:
Wie gestalten die Tandems ihre Treffen?
Was hat sich bewährt?
Welche Impulse haben wirklich Wirkung entfaltet?
In der gemeinsamen Reflexion wurde deutlich, wie vielfältig Mentoring gelebt wird – und wie verbindend zugleich. Besonders häufig genannt wurden dabei:
- Geduld und eine positive Erwartungshaltung als Grundlage für Vertrauen
- die Einordnung komplexer Entscheidungsprozesse, insbesondere im organisationalen Kontext
- der Austausch über Hierarchie- und Unternehmensgrenzen hinweg
- kollegiale Fallberatung als wertvolles Instrument zur Klärung
- bewusste Perspektivwechsel, die neue Handlungsoptionen eröffnen
- und nicht zuletzt das Gefühl eines „perfekten Matches“, das Entwicklung beschleunigt
Mentoring zeigte sich hier nicht als lineare Lernbeziehung, sondern als dialogischer Entwicklungsraum, in dem beide Seiten gewinnen.
Das Kamingespräch: Mut zur Offenheit, Lust auf Tiefe
Ein besonderes Highlight des Boxenstopps war das anschließende Kamingespräch, das von den Mentees mit großer Sorgfalt und inhaltlicher Tiefe vorbereitet wurde.
Die Mentor*innen begegneten den Fragen nicht mit fertigen Antworten, sondern mit Offenheit, Reflexionsbereitschaft und persönlicher Haltung. Gerade diese Bereitschaft, eigene Erfahrungen einzuordnen, Ambivalenzen sichtbar zu machen und auch Zweifel zuzulassen, machte den Austausch so wirkungsvoll.
Entstanden ist ein Gespräch auf Augenhöhe – ehrlich, differenziert und inspirierend.
Drei Fragenkomplexe, die Führung greifbar machen
Im Kamingespräch nahmen die Mentees drei zentrale Themenfelder in den Blick, die viele Führungskräfte bewegen:
1. Karriereentscheidungen – Zufall oder System?
Was hat Mentor*innen dazu bewegt, Führungsverantwortung zu übernehmen?
Welche Menschen, Strukturen oder Gelegenheiten haben gefördert – und welche eher ausgebremst?
Die Diskussion zeigte: Karrierewege sind selten planbar, aber bewusst gestaltbar, wenn Reflexion, Feedback und Lernbereitschaft zusammenkommen.
2. Mitarbeiterentwicklung zwischen Wunsch und Wirklichkeit
Eine provokante These sorgte für intensive Diskussionen:
Nicht alle Mitarbeitenden wollen sich weiterentwickeln.
Was bedeutet das für Führungskräfte?
Wie gelingt ein respektvoller Umgang zwischen individuellen Bedürfnissen, organisationalen Anforderungen und eigenen Erwartungen an Entwicklung?
3. Fehlerkultur zwischen Ideal und Realität
Fehlerfreundlichkeit ist schnell gefordert – aber schwer gelebt.
Im Gespräch wurde deutlich, wie groß die Spannungsfelder zwischen Anspruch und Alltag sind und wie wichtig es ist, Fehler nicht nur zu erlauben, sondern aktiv zu reflektieren und einzuordnen.
Mentoring wirkt, wenn Raum für echte Gespräche entsteht
Der Boxenstopp im Cross Mentoring Darmstadt hat eindrucksvoll gezeigt, was Mentoring leisten kann, wenn es nicht auf Rezepte reduziert wird:
Es schafft Räume für Dialog, für Perspektivwechsel und für persönliche Entwicklung – getragen von Vertrauen und gegenseitigem Respekt.
Ein herzlicher Dank gilt allen Mentees und Mentor*innen für ihre Offenheit, ihr Engagement und die Tiefe im Austausch – sowie der HEAG mobilo für den inspirierenden Rahmen.
Wir freuen uns auf die zweite Halbzeit des Programms.






