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18.06.2020, Kategorie: News, Cross Consult,
Diversität ist der wahre Krisengewinner: Warum Frauen in Führungspositionen wichtig sind für die Bewältigung der aktuellen Krise?

Kann die richtige Führungskraft heute noch allein Krisen bewältigen?

Die ausschließliche Demonstration eigener Stärke – ein immer wieder beliebtes Instrument gerade männlicher Führungskräfte – ist längst schon ein offensichtliches Signal von Schwäche. Zu sehen ist es immer wieder bei bekannten politischen männlichen Führungskräften, die denken, es reiche, zu signalisieren, dass man alles im Griff habe. In den vergangenen Wochen hat sich vielmehr erneut bewiesen, dass das Teilen der eigenen Überlegungen und vielleicht auch der eigenen Unsicherheit, das Zulassen unterschiedlicher Perspektiven und Meinungen und die Beteiligung unterschiedlichster Expert*innen heute elementar sind, um Entscheidungen in einer modernen komplexen Gesellschaft zu treffen und erfolgreich führen zu können.

Ein hervorstechendes Beispiel für diese Art der Führung ist die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern. Neben der realen neuseeländischen Erfolgsgeschichte in der Bewältigung der Corona-Pandemie unterstützt auch die Forschung diese These: „The only way to avoid groupthink and blind spots is to ensure representatives with diverse backgrounds and expertise are at the table when major decicions are made“, schreibt Devi Sridhar von der University Edinburgh.

Ist es nun ein Zufall, dass ausgerechnet Jacinda Ardern all diese Aspekte bei ihrer Strategie der Bekämpfung der Corona-Pandemie berücksichtigt hat? Oder sind Organisationen, die weibliche Führungskräfte in verantwortungsvollen Positionen haben, nicht einfach von vorneherein im Vorteil und ein Stück weit besser gewappnet, nicht den Effekten eines homogenen Gruppendenkens und blinder Flecken anheim zu fallen? Bedeuten mehr Frauen in Führung auch bessere Entscheidungen in Organisationen?

Betrachten wir die Entwicklung des Anteils von Frauen in Führungspositionen in den vergangenen Jahren, so stellen wir fest, dass auf den unteren Ebenen durchaus mehr Frauen in Führung gekommen sind. An der Spitze der Unternehmen jedoch, wir hören es nahezu täglich, bleiben die homogenen, männlich dominierten Strukturen die gleichen wie vor Jahren und Jahrzehnten. Die Zusammensetzung der entscheidenden Gremien, Vorstände, Aufsichtsräte usw. entspricht damit gerade nicht dem, was uns Wissenschaft und Erfahrung nahe legen – mehr Diversität in der Führung ist nicht nur moralisch zu empfehlen, sondern die Antwort der Stunde für all diejenigen Organisationen, die erfolgreich in die Zukunft gehen wollen.

Bestätigt wird die These schon lange von diversen Studien, die Unternehmen höhere Gewinne und ein erfolgreicheres Wirtschaften bestätigen, wenn Sie über einen überdurchschnittlichen Frauenanteil im Management verfügen. Aktuelle Herausforderungen Als umso dramatischer muss man die Gendereffekte betrachten, die sich seit Beginn der Coronakrise abzeichnen. Auch wenn ich hoffe, dass Jutta Allmendinger mit ihrer Prognose eines 30Jähringen Rückfalls hinsichtlich einer gerechteren Beteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt die Situation zu schwarzsieht, ist es dennoch nicht zu leugnen, dass gewonnene Selbstverständlichkeiten sich klamm heimlich auflösen:

• Junge Frauen entscheiden sich angesichts der schwierigen Perspektiven wieder für eine mehrjährige Familienpause.

• Der Umfang der investierten Zeit – analog oder digital – entscheidet mehr denn je über den individuellen beruflichen Erfolg und den Verbleib im Unternehmen

• Unternehmen kürzen ihre Budgets und es wird sich zeigen, ob es auch in Zukunft Maßnahmen geben wird, die Frauen den Weg in die Führung aufzeigen?

• Der Sog der eigenen Blase wird immer größer – in Zeiten der Kontaktbeschränkungen konzentrieren wir uns auf bewährte, vertrauensvolle Kontakte, in denen wir uns sicher fühlen.

Wie schaffen wir es dennoch, Diversität in den Organisationen zu fördern, um so besser durch die Krise zu kommen? Die Akzeptanz für verschiedene Perspektiven und Herangehensweisen - auch als Diversity of Thoughts beschrieben - ist die Grundlage einer Organisationskultur, die es ermöglicht, dass Führungskräfte eigene Fragen stellen und lernen können und im Dialog mit unterschiedlichen Personen auch ungewöhnliche Entscheidungen treffen können. Dafür ist es zentral mit unterschiedlichen Personen in Kontakt zu kommen, sich mit diesen auszutauschen und von deren Erfahrungen profitieren zu können. Grundlage eines solchen Austausches ist, heute mehr als je, dass ich in Kontakt komme mit Menschen, die andere Erfahrungen und eine andere Expertise mitbringen als ich selbst. Nur dann kann ich mich damit konfrontieren, dass es vielleicht auch ganz anders geht, als ich immer dachte.

Der Mehrwert dieses Austausches liegt auf der Hand. Wir werden geistig beweglicher, finden gemeinsam neue Wege und Lösungen für alte Probleme. Weiblichen Führungskräfte kommt hier besondere Bedeutung zu. Sie sind mehr als nur eine Führungskraft. Sie sind Agentinnen eines Wandels, der zu einer Organisationskultur der Wertschätzung führen soll, um unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven Stimme und Bedeutung zu geben.

Dies gelingt seit nunmehr 19 Jahren in unserem Cross-Mentoring Programm München, das als unternehmensübergreifendes Programm unterschiedlichste Branchen miteinander verbindet und dabei immer das Ziel verfolgt, derjenigen weiblichen Perspektive in Führungsverantwortung mehr Gewicht zu geben, als es bisher gelungen ist. Für Unternehmen, die sich daher für die Zukunft krisensicher aufstellen wollen, ist die Teilnahme an unseren Cross-Mentoring Programmen erste Wahl.

Pressekontakt

Anna Karger

Kommunikation

Tel.: 089 – 4520526-21

Fax: 089 – 4520526-10

E-Mail

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